Ohrenpflege beim Hund: So reinigen Sie die Ohren richtig

Ohren richtig reinigen und Medikamente sicher anwenden

Gesunde Ohren tragen wesentlich zum Wohlbefinden Ihres Hundes bei. Besonders bei Hunden mit Hängeohren empfiehlt es sich, das Untersuchen und Reinigen der Ohren bereits im Welpenalter zu üben.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Hinweise zur Kontrolle, Reinigung und Anwendung von Ohrmedikamenten für Sie zusammengestellt.

Regelmäßige Ohrenkontrolle

Bei Hunden mit Hängeohren, wie beispielsweise Cockerspaniel oder Golden Retriever, sollten die Ohren am besten einmal pro Woche kontrolliert werden.

Reiben Sie hierzu beide Ohren mit jeweils einem eigenen Wattebausch aus und vergleichen Sie anschließend:

die Menge des Ohrschmalzes
den Geruch des Ohrschmalzes
Treten Veränderungen auf, kann das Ohr an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit einem Ohrreiniger, der vom Tierarzt empfohlen wurde, gereinigt werden. Daraus ergibt sich ein individuelles Reinigungsschema, das je nach Bedarf angepasst werden muss. Bitte beachten Sie, dass manche Ohrreiniger bei kleinsten Verletzungen des Trommelfells zu schwerwiegenden Schäden bis hin zur Taubheit führen können.

Schwimmen

Schwimmen erhöht die Feuchtigkeit im Ohr und kann Ohrentzündungen begünstigen.

Bei Hunden, die regelmäßig schwimmen, sind daher oft kürzere Reinigungsintervalle erforderlich. Treten durch den Aufenthalt im Wasser regelmäßig Probleme auf, sollten die Ohren nach dem Schwimmen vorsorglich mit einem Wattebausch etwas getrocknet werden.

Wichtig: Verwenden Sie hierfür niemals Wattestäbchen.

So funktioniert die Ohrreinigung

Die Ohrreinigung wird idealerweise vor dem Spaziergang durchgeführt, da sich viele Hunde anschließend schütteln und so verbliebene Flüssigkeit aus dem Ohr entfernt wird.

Vor der Anwendung:

  • Ohrreiniger oder Ohrmedikament auf Körpertemperatur erwärmen
  • ausreichend große Wattebäusche bereitlegen

Greifen Sie dann das zu behandelnde Ohr mit Daumen und Zeigefinger und fixieren Sie Ihr Tier mit den übrigen Fingern derselben Hand vorsichtig im Nacken.

Ohrreiniger richtig einbringen

Der Ohrreiniger sollte niemals direkt in den Gehörgang eingebracht werden, da dies für den Hund sehr unangenehm sein kann und häufig dazu führt, dass Berührungen am Ohr später nicht mehr toleriert werden.

Nutzen Sie stattdessen die Ohrmuschel als Rinne. Der Ohrreiniger läuft dabei langsam von der Ohrspitze in Richtung Gehörgang, bis ein sichtbarer Flüssigkeitsspiegel entsteht.

So erwärmt sich die Flüssigkeit und gelangt ohne irritierende Geräusche in das Innenohr.

Achten Sie darauf, dass die Spitze des Behältnisses die Ohrmuschel nicht berührt, um Verunreinigungen der Flaschenspitze zu vermeiden.

Ohr massieren

Nach dem Einbringen des Ohrreinigers halten Sie das Ohr weiterhin fest und lassen das Tier im Nacken los.

Nun wird das Ohr an der Ohrbasis mit Zeigefinger und Daumen der freien Hand sanft und impulsartig massiert. Dabei entsteht ein typisches schmatzendes Geräusch. Dadurch kann sich überschüssiges Sekret und Schmutz auch aus tieferen Bereichen des Ohres lösen.

Reinigung abschließen

Zum Abschluss wird ein Wattebausch vorsichtig in das Ohr eingebracht.

Massieren Sie anschließend von der Ohrbasis in Richtung Wattebausch. Beim Entfernen des Wattebausches wird gleichzeitig die Ohrmuschel vorsichtig ausgewischt.

Wiederholen Sie diesen Vorgang so lange, bis der Wattebausch nahezu sauber bleibt.

Werden Blutspuren sichtbar, sollte die Reinigung sofort beendet werden. Dies kann bei stark entzündeten Ohren schnell vorkommen. Dennoch sollte immer sichergestellt werden, dass nicht zu fest gerieben wurde.

Wattestäbchen richtig verwenden

Wattestäbchen werden ausschließlich für die äußeren Ohrfalten verwendet.

Sie dürfen niemals in den Gehörgang eingeführt werden, da Schmutz dadurch tiefer in das Ohr gelangt und zudem die Gefahr besteht, das Trommelfell zu verletzen.

Ohrmedikamente richtig anwenden

Ohrmedikamente werden nach der Reinigung an den Rand des Gehörganges geträufelt und nicht direkt tief in den Gehörgang eingebracht.

Auch hierbei sollte die Spitze des Präparates den Gehörgang nicht berühren, um Verunreinigungen der Flaschenspitze zu vermeiden.

Vorsicht bei der Ohrpflege

Unnötiges oder zu häufiges Reinigen kann das gesunde Ohrmikrobiom, also die normale Keimbesiedlung, beeinträchtigen.

Auch ungeeignete Ohrreiniger oder eine falsche Durchführung der Ohrreinigung können Probleme verursachen.

Viele Tiere tolerieren Ohrbehandlungen nicht mehr, wenn sie dabei Unwohlsein oder Schmerzen erlebt haben, beispielsweise durch:

  • zu kalten Ohrreiniger
  • direktes Einbringen des Reinigers in den Gehörgang
  • zu grobe Reinigung

Haare in den Ohren

Ein weiteres Problem kann starker Haarwuchs im Ohr sein. Dieser behindert die Belüftung und führt oft in der Folge zu Ohrentzündungen. Das Kürzen dieser Haare löst das Problem nicht. Die Haare sollten regelmäßig durch Zupfen entfernt werden. Üben Sie dies und entfernen Sie immer nur wenige Haare auf ein Mal. Daher ist es auch sinnvoll, dies selbst und nicht beim Hundefriseur zu tun. Werden nämlich alle Haare auf einmal ausgezupft, entsteht nachfolgend oft eine Schwellung im Gehörgang, die zum einen schmerzhaft ist und zum anderen selbst zu Entzündungen führen kann. Wir zeigen es Ihnen gerne.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Ohrpflege oder möchten sich die richtige Technik zeigen lassen?

Sprechen Sie uns gerne an.

Wir sind für Sie da!