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Patientin des Monats – Stella

Heute stellen wir Ihnen die Krankengeschichte von Stella vor.

Die Hündin ist fünf Jahre alt, eine Mischung aus Französischer Bulldogge und Mops und ausgesprochen freundlich, aktiv und lebensfroh.

Stella erlitt Anfang August während des Spielens einen Bandscheibenvorfall. Sie zeigte sofort starke Rückenschmerzen und konnte nur noch schlecht laufen. In einer dafür spezialisierten Tierklinik war nach einer Untersuchung im CT sehr schnell klar, dass zwei Bandscheiben zwischen den drei letzten Brustwirbeln verrutscht waren und Nervenstränge an der Wirbelsäule einengten. Stella konnte im Laufe der nächsten Stunden kaum mehr laufen und zeigte deutliche Lähmungserscheinungen. Obwohl es den Chirurgen in einer sofortigen Operation an Stellas Wirbelsäule gelang, Druckentlastung für die Nerven zu schaffen, blieb die Hündin nach dem Eingriff an den Hintergliedmaßen komplett gelähmt. Sie konnte sich nicht mehr aufstellen und versuchte, ihre Hinterbeine hinter sich herziehend, mühsam vorwärts zu kriechen. Zusätzlich litt die Hündin unter einer Lähmung der Harnblase und des Enddarmes. Sie verlor unkontrolliert Kot und ihre Liebsten mussten lernen, Stella mehrmals täglich die Blase auszudrücken, um einen Rückstau des Urins in die Nieren zu vermeiden.

Die Prognose war trotz umfangreicher medikamentöser Therapie sehr schlecht.

Aufgeben zu einem so frühen Zeitpunkt nach der Operation wäre allerdings der falsche Weg gewesen. Das sahen, zum Glück für die Hündin, auch Stellas Besitzerinnen so. Sie gaben ihr Einverständnis zu unserem umfangreichen Physiotherapieplan.

Von nun an kam Stella zweimal pro Woche zu uns in die Physiotherapie. Für die Hündin bedeutete das, eine volle Stunde Geduld bzw. Training bei jedem Besuch. Massagen, passive Krankengymnastik, reflexinduziertes Training der Muskulatur, isometrische Übungen und Unterwasserlaufband. Für letzteres wurde für Stella eine Schwimmweste mit Haltegriff angeschafft. Zum Gassigehen trägt Stella eine Art „Höschengeschirr“, in das sie mit den Hinterbeinen einsteigen und geführt werden kann.

Unser Trainingsprogramm verhinderte zum einen die ansonsten recht schnell einsetzende Muskelatrophie an den Hintergliedmaßen und zum anderen sollte es den gestörten Nervenbahnen wieder zu einer normalen Funktion verhelfen. Nach nur wenigen physiotherapeutischen Behandlungseinheiten normalisierten sich glücklicherweise Stellas Urin- und Kotabsatz. Einige Wochen später fing die Hündin an, die Hinterbeine beim Unterwassertraining selbständig zu bewegen.

Ein unfassbar glücklicher Moment für uns alle!

Stella kommt noch immer regelmäßig zweimal pro Woche zum Training, aber inzwischen kann sie wieder selbständig zu uns ins Behandlungszimmer laufen. Zwar ist ihr Gang noch etwas wackelig, besonders wenn es ganz schnell gehen soll, aber sie hat ihre Beweglichkeit wiedererlangt und strahlt eine unendliche Lebensfreude aus. Ihre Übungen haben wir entsprechend ihrer wiedergewonnenen Aktivität etwas verändert. So stehen jetzt zum Beispiel auch Trampolin- und Hürdentraining auf Stellas Plan. Im Unterwasserlaufband marschiert sie inzwischen kräftig 15 Minuten lang und freut sich über die von Frauchen mitgebrachten tollen Leckerli.

Stella wird sich in den nächsten Wochen noch weiter verbessern und ihr Gang wird noch stabiler werden. Die Heilung braucht eben viel Zeit.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank und ein großes Lob an Stellas liebste Menschen, die ihrer Hündin durch viel Geduld und den Glauben an eine Besserung ein wieder annähernd normales Leben ermöglicht haben.

 

Herzliche Grüße

Ihr Praxisteam